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Reise

Sydney

Seit ich die Reise nach Australien begonnen habe zu planen, war Sydney immer eines meiner Hauptziele. Ich hatte so viel Gutes und Schönes über diese Stadt gelesen und ich wollte sehen, ob es wirklich so ist.
Als ich dann am Morgen des 23. Januars über die Sydney Harbour Bridge ins Zentrum fuhr, die Skyline sah mit dem Sydney Opera House auf der linken Seite, wusste ich, ich würde diese Stadt lieben….

City, 23. – 31. Januar 2006

Ich denke drei Dinge unterschieden Sydney von anderen Gross-Städten:

  • Erstens zieht sich der Hafen wie ein Labyrinth durch einen grossen Teil der Stadt. Der Hafen besteht aus zahlreichen kleinen Buchten, zum Teil mit Sand-Stränden mitten in der Stadt, und vielen kleinen Inseln, die zum grössten Teil bebaut sind.
  • Zweitens gibt es sehr viel Grünflächen und manchmal hat man das Gefühl eher auf dem Land zu sein als in einer Gross-Stadt.
  • Drittes gibt es nur wenige Hochhäuser. Im Zentrum gibt es etwa 30 Wolkenkratzer. Ein paar hundert Meter weiter ist der Durchschnitt nur noch drei bis vier Stockwerke und noch etwas weiter sind es dann ganz normale Häuser.

Ich fühlte mich in Sydney sofort wohl. Es ist einfach sich zurecht zu finden. Entweder man geht Richtung Hafen oder Richtung Central Station. Ich war besonders überrascht wie wenig Verkehr es hat. Gut, so wenig wird es wohl nicht gewesen sein. Aber im Zentrum ist es gut organisiert und die Strassen sind nicht verstopft.
Der besondere Charme der Stadt kommt aber vom Hafen. Manchmal hat man das Gefühl, dass es überall Wasser hat.

Sydney Opera House

Die Oper ist das Wahrzeichen von Sydney wenn nicht sogar von ganz Australien. Es ist ein eindrückliches Gebäude mit diesen riesigen Segel. Ich war zwei Mal in diesem spektakulären Gebäude:
Für happige 27 Dollar gibt es eine Führung durch das ganze Gebäude gemischt mit etwas Geschichte. Zuerst war ich enttäuscht. Das Foyer und die Gänge, die unter der grossen Treppe der Oper liegen, sind trotz aufwändiger Beleuchtung düster und erinnern eher an einen Gotthard-Bunker als an ein nobles Gebäude. Die Szenerie ändert sich aber schnell, wenn man auf die grosse Plattform hinaufsteigt, auf der die Concert Hall und Opera Theatre liegen. Hier gibt es viele spektakuläre Holz- und Stahl-Glas-Konstruktionen. Überraschend ist die Kapazität. In der Concert Hall haben über 2’500 Zuschauer Platz. Das wollte ich in Aktion sehen und habe für meinen letzten Abend in Sydney ein klassisches Konzert gebucht.
Kurz nach 19:00 Uhr waren die meisten Plätze in der Concert Hall besetzt und dabei war es doch ein ganz normaler Montag Abend! Nigel Kennedy, der an diesem Abend seine Violinen-Künste zum Besten gab, war eine sehr interessante Persönlichkeit. Wenn ich in auf der Strasse gesehen hätte, hätte ich ihn wohl als Punk eingestuft. Er trug einer Hirokesen-Frisur und einem Jackett, das eher an einen Bademantel erinnert. An den Ärmeln zwei Nummer zu klein am unteren Ende drei zu gross. Dazu trug er eine Art Stiefel, die an Motocross-Schutzkleidung erinnerten. Das einzige, was wirklich zu seinem Job passte, jedoch nicht zu seinem restlichen Outfit, war der weisse Seiden-Schal. Was ihn deutlich von einem Punk unterschied, ist, dass er hervorragend Geigen spielen kann. Was ihn von anderen Musikern oder Dirigenten unterschied, ist, dass er zwischen den einzelnen Stücken immer einen guten Spruch auf Lager hat und dass er das restliche Orchester mit seinem Körper und insbesondere seinen Füssen dirigiert .
Obwohl ich nicht wirklich ein Fan von klassischer Musik bin, war dieser Abend super und ich kann nur allen empfehlen, die nach Sydney kommen, auch ein Konzert im Sydney Opera House zu besuchen.

Sydney Harbour Bridge

Bevor das Sydney Opera House gebaut wurde, war die Sydney Harbour Bridge das Wahrzeichen der Stadt. Es ist eine interessante Stahl-Konstruktion, die ein bisschen an den Eifel-Turm in Paris erinnert. Gebaut nach dem 1. Weltkrieg während der grossen Depression, war diese Brücke das Symbol für den Aufschwung. Die Arbeiten wurden 1932 beendet. Seither verbindet sie den Norden und den Süden der Stadt.
Das absolute Erlebnis ist der Bridge Climb. Während gut drei Stunden klettert man auf der Brücke herum. Der Spass ist nicht ganz günstig, aber auf jeden Fall das Geld wert. Wenn man zuoberst auf dem Bogen steht, sieht man über den ganzen Haufen und einen grossen Teil der Stadt. Die Aussicht ist einfach atemberaubend. Allerdings darf man keine Kamera mitnehmen und dass war wirklich schade.

Blue Mountains, 28. – 29. Januar 2006

Etwa eine Auto-Stunde vom Zentrum von Sydney entfernt, erheben sich die Blue Mountains. Gut, für Schweizer Verhältnisse sind es eher Hügel als Berge. Der höchste Punkt liegt gerade mal 1100m über Meer. Ursprünglich existierte nur ein riesiges Plateau. Aber während Millionen von Jahren haben Bäche und Flüsse tiefe Canyons in den Sandstein gefressen.
Für die ersten Siedler war diese Bergkette lange ein unüberwindbares Hindernis. Es brauchte 25 Jahre und etliche Expeditionen bis endliche ein Weg durch diesen Mix aus Buschland, Regenwald und steilen Klippen gefunden wurde.
Ich habe einen 2-Tages-Tour gebucht. Am ersten Tag fuhren wir kreuz und quer durch die Blue Mountains. Der erste Stopp war einem speziellen Platz, wo es gutes Gras hat und man deshalb regelmässig Kängurus antrifft. An diesem Morgen waren sieben Tiere da. Weil es immer Menschen in diesem Gebiet hat, sind die Kängurus ziemlich zahm, so dass man ohne Probleme an sie herankommt.
Als nächstes standen zwei Busch-Walks auf dem Programm. Es war sehr interessant die unterschiedlichen Vegetationen zu beobachten. Von einem Meter zum anderen wechselt es von Buschland zu Sumpf zu Regenwald. Das Laufen war wieder einmal richtig schweisstreibend und es erinnerte mich ganz an Cairns.
Das Highlight des Tages war eine kleine Eisenbahn. Die steilste Bahn der Welt. Manchmal hatte man das Gefühl, dass es fast senkrecht den Berg hinaufging. Der Europa-Park ist Müll dagegen.
Die Nacht und den folgenden Tag verbrachte ich im schönsten Hostel von Australien: Das Blue Mountains YHA liegt in der kleinen Stadt Katoomba. Der zweite Tag habe ich wieder einmal zum Ruhetag erklärt. Ich bin im Hostel herumgelungert und habe viel gelesen.

Gut! Soviel zu Sydney und Umgebung. Ich bin schon wieder viel, viel weiter. Canberra habe ich auch schon hinter mir gelassen und zur Zeit bin ich in Melbourne, der zweiten Millionen-Metropole auf diesem Kontinent.

Von Brisbane nach Sydney

Nach Brisbane nehmen die Attraktion auf dem Weg nach Süden deutlich ab. Aber das macht nichts, den ich habe genug kleine Dörfer gesehen. Jetzt zieht es mich in die grossen Städte.
Aber bevor es richtig los geht, liegen noch Byron Bay und Newcastle auf der Strecke:

Byron Bay, 19. – 20. Januar 2006

Dieser Ort war zum Vergessen. Ich war eineinhalb Tage dort und ich verfluchte jede Minute. Dafür gab es zwei gute Gründe:
Erstens hatte ich beim Aussteigen mein Laptop im Bus liegen lassen. Es kostete mich einen ganzen Tag und einige Nerven bis ich das gute Stück wieder zurück hatte.
Als ich das erste Mal bei Grayhound anrief, sagte mir der Operator, dass der gleiche Bus, mit dem ich gekommen war, um 16:00 Uhr wieder zurück nach Brisbane fuhr und dass ich einfach zur Bus-Station gehen sollte, um den Laptop zu holen. Was der gut nicht sagte, war, dass Byron Bay in eine andere Zeit-Zone ist als Brisbane. Ich war also eine gute Stunde zu spät, aber dass fand ich erst viel später heraus. Ich wartete gut eineinhalb Stunden auf den Bus.
Um 9:50 Uhr am nächsten Morgen schaute der Hostel-Besitzer in unserem Raum vorbei, um mich zu erinnern, dass es Zeit sei auszuchecken. Ich dachte noch: “Der hat es aber eilig.” Als ich mein Schlüssel dann um 10:05 Uhr abgab, meinte die Dame hinter der Theke: “You are a little bit late.” Und ich dachte: “Sei doch nicht so pingelig. Schliesslich sind wir in Australien, nicht in der Schweiz und schliesslich ist Check-Out-Zeit 10:00 Uhr.” Also sagte ich so etwas wie: “It’s just five minutes! What’s the matter?” Sie grinste und meinte: “Well, one hour AND five minutes! No worries!” *Klonk* Der Groschen war gefallen. Kein Wunder habe ich den Bus am Vortag verpasst.
Nachdem mein Laptop nochmal eine Reise zurück nach Brisbane gemacht hatte, konnte ich ihn, 24 Stunden nachdem ich ihn hatte liegen lassen, wieder in Empfing nehmen.
Und zweitens regnete es nur einmal in den eineinhalb Tagen. Ich meine, so ein bisschen regen bringt mich nicht aus dem Konzept. Aber es war nicht nur ein bisschen regen. Es war ein Sturm. Es goss wie aus Kübeln und der Wind peitschte das Wasser in alle Ritzen. Nach wenigen Sekunde im Regen war man durch und durch nass. Die Strassen bestanden aus Bächen und Seen.
Aber man soll ja immer das Positive sehen und da gibt es doch noch der einte oder andere Punkt:
Erstens habe ich mein Laptop unversehrt wieder zurückbekommen.
Zweitens konnte ich endlich einmal mein neue GoreTex-Jacke ausprobieren, die ich seit vier Monate ungebraucht mit mir herumtrage.
Und drittens die Kombination aus Regen, weissen T-Shirts und gut gebauten Damen… Ich mein in einigen Bar hier nennt man das Wet t-shirt competition und die vorwiegend männliche Kundschaft zahlt Eintritt dafür.

Newcastle, 20. – 23. Januar 2006

Eigentlich ist Newcastle mit mehr als 100’000 Einwohner eine eher grosse Stadt. Wenn man durch die Strassen geht, hat man das Gefühl in einer kleinen Stadt zu sein. Kaum ein Gebäude hat mehr als fünf Stockwerke. Keines mehr als zehn. Die meisten Bauten sind aus rotem Backstein gepflastert.
Das Backpackers at the beach, in dem ich eingecheckt habe, liegt nur einen Steinwurf entfernt vom einen Strand und etwa fünf Minuten zu Fuss vom anderen. So kompensierte ich am ersten Tag das schlechte Wetter von Byron Bay und lag den grössten Teil des Tages im Sand, übte mich in body surfing und liess mich von der Sonne verwöhnen (Ich weiss, was Ihr in der kalten Schweiz jetzt denkt).
Am zweiten Tag besuchte ich das Hunter Valley. Gut, so richtig ein Tal ist es nicht. Nicht für Schweizer Verhältnisse. Es ist eine Ebene, etwa 2km breit und gesäumt von ein paar Hügeln. Aber die Landschaft ist auch nicht der Grund, um das Valley zu besuchen sondern der Wein. Es gibt in diesem Tal 136 Weinbaiuern. In allen Grössen. Einige produzieren 2’000 andere 2’000’000 Flaschen pro Jahr.
Ich habe die Hunter Valley Wine Tour gebucht. In einem kleinen Bus sind wir den ganzen Tag von einem Weingut zum nächsten gefahren. Acht an der Zahl. Die Degustationen sind gratis und jeder Weinbauer offeriert zwischen sieben und zwölf Wein-Sorten. Spätestens nach dem vierten hat mein ziemlich einen zusammen und man beginnt den Wein mehrheitlich auszukippen. Nichtsdestotrotz wird es immer heftiger, denn gegen Ende der Tour kommen neben dem Wein noch Destilliertes dazu… Um eine Mail-Flut vorzubeugen: Ich habe mein Hostel danach noch gefunden!

Jetzt bin ich in Sydney angekommen. Die Stadt ist einfach super, auch wenn es zur Zeit regnet und für lokale Verhältnisse ziemlich kalt ist (Mit T-Shirt und kurzen Hosen ist es gerade so am Limit).
Ich habe ein Ticket für ein Konzert im Sydney Opera House, einen Trip in die legendären Blue Mountains und einen Spaziergang über die Sydney Hourbor Bridge gebucht. Aber davon schreibe ich Euch in meinem nächsten Bericht.

Von Bundaburg nach Brisbane

So auf Reise vergeht die Zeit wie im Flug und ich habe manchmal Mühe selber mit meinen Plänen mit zu kommen. Ich weiss nicht, wie das die Japaner und Koreaner machen, die noch mindestens doppelt so schnell unterwegs sind wie ich…

Harvay Bay und Fraser Island, 12. – 16. Januar 2006

Von Harvay Bay habe ich nicht wirklich viel gesehen. Gut, es gibt auch nicht wirklich viel zu sehen. Es ist einfach ein weiteres kleines Kaff und es würde sich auch wohl kaum ein Tourist hier her verirren, wenn nicht ein riesiger Sand-Hügel vor der Küste liegen würde.
Fraser Island ist die grösste Sand-Insel der Welt. Gut man hat, wie überall hier in Australien, ein bisschen übertreiben, denn im Norden gibt es neben Sand auch riesige Fels-Formationen. Die Insel ist 120 km lang und etwa 15 km breit. Der höchste Punkt, mit dem seltsamen Namen Sandblows tower, liegt 224m über dem Meeresspiegel. Wirklich cool sind die über 200 Süsswasserseen, in denen man zum Teil banden kann. Auf der ganzen Insel gibt es keine Strassen. Der Küste entlang dient der Strand als Strasse und im Landesinneren gibt es “Tracks”, die aber auch nur aus Sand und vielen Löchern bestehen.
Ich habe schon in Cairns ein 3-Tages-Trip gebucht. Zusammen mit acht anderen Leuten haben wir ein Jeep bekommen und konnten selber auf der Insel herumfahren. Das Fahren auf Sand ist gar nicht so einfach und das Fahrzeug ist im Handling fast wie wenn man auf frischem Schnee fährt. Als Fahrer hatte ich natürlich meinen Spass. Aber es ist nicht nur Spass, denn die zahlreichen kleinen Bäche, die sich ins Meer ergiessen, fressen sich tief in den Sand und ein solcher Graben, manchmal bis zu einem halben Meter tief, kann sogar mit einem Jeep verhängnisvoll sein. Aber wir hatten keine Probleme.
Geschlafen haben wir in Zelten auf dem Sandboden. Der Sand auf der Insel ist sehr fein und entsprechend hart war das Nachtlager. Gekocht haben wir selber auf Gas-Kocher. Glücklicherweise hat der Tour-Organisator ein Menü-Plan zusammengestellt und das Essen eingekauft, so gab es diesbezüglich auch keine Probleme.
Der Trip war wirklich nach meinem Geschmack. Von einem See zum anderen fahren, etwas im Wasser herumplantschen, im Regenwald herumwandern und sich von der Sonne trocknen lassen. So lässt es sich leben. Ich denke, dieser Trip war wirklich einer der Besten, die ich hier in Australien gemacht habe.

Brisbane, 16. – 19. Januar 2006

Viele Leute, die vom Süden hinauf nach Cairns gereist sind, haben mir gesagt Brisbane sei nur Zeitverschwendung. Es gebe da nicht wirklich viel zusehen….
Nichtsdestotrotz habe ich mich entschieden ein paar Tage in dieser Stadt zu verweilen. Es hat mir sehr gut gefallen. Gut, Brisbane ist keine Party-Stadt wie Carins oder Arlie Beach, aber oder gerade deswegen ist es durchaus gemütlich.
Brisbane hat etwa 1.8 Millionen Einwohner und liegt am Brisbane River (wie kreativ). Das Zentrum ist ein Paradies für Kauf-Süchtige. Es gibt hunderte von kleinen und grossen Läden, in den man so ziemlich alles kaufen kann. Es gibt sogar ein paar Hochhäuser. Die ersten Gebäude, die ich gesehen habe, mit mehr als fünf Stockwerken seit Hongkong.
Wirklich viel habe ich nicht gemacht in Brisbane. Ich bin lediglich ein bisschen durch die Stadt und dem Fluss entlang geschlendert und habe gelesen.
Im Gegensatz zu anderen Australischen Städten wächst Brispane und platzt aus allen Nähten. Überall wird gebaut und überall gibt es moderne, interessante Architektur.
In Brisbane lässt es sich wirklich leben. Auch für länger. Es hat nur ein Problem: Es liegt einfach zu weit von der Küste entfernt…

Im Moment bin ich schon unten in Newcastle. Byron Bay war ein Desaster, dazu aber mehr in meinem nächsten Reisebericht…

Von Carins nach Bundaburg

Nach dreieinhalb Monate in Cairns habe ich es definitiv gesehen. So war ich auch am Morgen des 2. Januars überhaupt nicht traurig, als der Greyhound-Bus pünktlich um 7:00 Uhr die Stadt verliess.
Zum Abschied zeigte sich Carins von einer mir beinahe unbekannten Seite. Der Himmel war grau und verhangen und schon während der Nacht hatte es immer wieder geregnet. Als der Bus nun Richtung Süden davon brauste, goss es wie aus Kübeln. Die Regenzeit hat wohl gerade ihr Debüt gegeben.

Townsville, 2. – 3. Januar 2006

Die erste Station auf meiner Reise. Die Stadt liegt am Meer umschlungen von einem kleinen Fluss und steigt gegen Westen an zu einem kleinen Hügel. Die wichtigste Attraktion der Stadt ist Magnetic Island. Die Insel liegt unmittelbar vor der Stadt. Ich habe einen Besuch ausgelassen, weil die meisten Leute, die ich getroffen habe, gemeint haben die Insel sei wie Fitzroy Island und da war ich ja schon.
Am zweiten Tag im Jahr war nicht viel los in der Stadt. Die meisten Geschäfte blieben geschlossen und so blieb mir nicht viel anders übrig als es gemütlich anzugehen und etwas am Strand zu relaxen. Mit Schwimmen ist aber auch hier nichts. Die Quallen, speziell die Box jellyfish, sind für Menschen ziemlich ungesund.

Ayr und SS Yongala, 3. – 4. Januar 2006

Ayr ist ein solches Kaff, dass es in der Backpacker-Bibel Lonely Planet nicht einmal aufgeführt ist. Nichtsdestotrotz gibt es zwei Backpackers. Beim ersten kann man nur für mindesten zwei Nächte einchecken (ich dachte, ich höre schlecht) und das zweite ist furchtbar dreckig. Weil ich nur eine Nacht bleiben wollte, habe ich mich zwangsläufig für das zweite entschieden: Delta Backpackers. Überall lagen dreckige Kleider und Schuhe herum. Die Toiletten waren schon lange nicht mehr geputzt worden und die Duschen waren dürftig. Kein Wunder waren bei meiner Ankunft 110 Betten frei. Wenigstens war es günstig…
Eigentlich gibt es nur zwei Gründe nach Ayr zu gehen: Viele Backpacker arbeiten hier auf den Frucht-Plantagen. Oder man besucht das Wrack der SS Youngala so wie ich.
Die 103m lange SS Yongala sank am 23. März 1911 auf dem Weg von Melbourne nach Cairns etwa 12km vor der Küste von Ayr und riss 121 Menschen mit in den Tod. Lange bleib das Wrack verschollen. 1946 erschien es das erste Mal auf dem Radar-Schirm eines Minenräum-Bootes der Australischen Marine. 1964 wurde das Wrack zum erste Mal betaucht. Da am Wrack meistens eine starke Strömung herrscht, blüht es vor lauter Leben.
Es ist unglaublich. Das ganze Wrack ist von Weich-Korallen bedeckt. Zwischen den Korallen stehen Tausende kleine Fische (bis etwa 10cm). Man schwimmt förmlich durch Fischsuppe. Etwas abseits lauern Schwärme von Makrelen und Barrakudas auf Beute: Schildkröten fressen gemütlich zwischen den abgebrochenen Masten und ab und zu zieht ein riesiger Napoleon-Fisch vorbei.
Der Flyer von diesem Trip verspricht: “Auf einem Tauchgang zur SS Yongala sieht man mehr als auf zehn andern Tauchgängen.” Das ist wahrlich nicht übertrieben.
Die Strömung war wirklich stark. Besonders beim Ab- und Aufstieg musste man sich gut an der Anker-Leine festhalten, um nicht mitgerissen zu werden. Wir schwammen zuerst gegen die Strömung, um dann auf dem Rückweg über das Wrack zu “fliegen”.

Airli Beach und Whitsunday Islands, 4. – 8. Januar 2006

Arlie Beach ist Party-Kaff und insbesondere der Schlüssel zu den Whitsunday Islands. Ich habe im Backpackers by the Bay eingecheckt. Einem ruhigen, kleinen Hostel etwas ausserhalb.
Mein Segel-Trip begann am Morgen des 5. Januars. Unser Schiff, die Sommertime ist ein altes, umgebautes Fischerboot. Es ist 16.7m lang und bietet 16 Passagieren und drei Crew bequem Platz. Auf unserem Trip waren es aber nur 14 Passagiere dafür vier Crew. Wirklich ein schönes Schiff. Noch ganz aus Holz.
Gleich am ersten Tag besuchten wir den legendären White Heaven Beach. Der Sand ist weiss und ultra fein. Das ist aber auch schon alles und ehrlich gesagt, ich fand es ein bisschen langweilig (Bitte keine bösen Zuschriften deshalb!).
Eigentlich hatte ich zwei bis drei Tauchgänge geplant, aber nach dem ersten Tauchgang hatte ich schon genug. Das Wasser war voll mit Plankton, das die Sicht auf 2-3m beschränkte. Ausserdem wurde immer in Gruppen getaucht, was ich nicht ausstehen kann. Unser Tauch-Instructor, eine Frau, litt stark unter dem Mutter-Syndrom und war ständig um unsere Gesundheit in Sorge. Dass war vielleicht anstrengend.
Die Crew war auch sonst etwas speziell. Bis auf den irischen Koch. Er war wirklich cool und hat hervorragend für uns gekocht. Auch mit den Passagieren hatte ich nicht so viel Glück. Alles ältere Paare. Zum Glück waren noch zwei Schweden und ein Ami an Bord.
Fazit: Die Szenerie ist wirklich atemberaubend und das Leben an Bord eines Segelschiffes wirklich entspannend. Aber eigentlich hatte ich noch ein bisschen mehr erwartet…
Zurück an Land ging ich mit den Schweden in den Ausgang. Wir hatten eine gute Party. Nur eines will ich hier noch anmerken: Wenn Ihr mit Schweden unterwegs seit und diese haben etwas Alkoholisches und ein Satz Jass-Karten dabei, dann wird es richtig “strub”.

Mackay, 8. – 9. Januar 2006

Das nächste Kaff. Nur wenige Touristen verirren sich hier her, so dass sich die lokalen Laden-Besitzer den Luxus gönnen ihre Lokale an Sonntagen nicht zu öffnen.
Nach meiner Ankunft habe ich mich wirklich gefragt, wieso zum Geier ich hier ausgestiegen bin… Aber da war es schon zu spät, um wieder einzusteigen…
Wenigstens habe ich eine saubere und gemütliche Unterkunft gefunden. Mit einer mega-schnellen Internet-Anbindung .

Bundaburg, 10. – 12. Januar 2006

Die Stadt ist im ganzen Land wegen seines Destillats bekannt: Bundaberg Rum. Meistens zusammen mit Cola getrunken, wird es hier im Norden mehr konsumiert als Bier! Man kann die Mixtur mit Cola sogar in Fässern für den Zapf-Hahnen kaufen!
Am ersten Tag habe ich dann auch gleich die Destillierie besucht. Gut, es war nicht wirklich spannend, aber es gab zwei Drinks umsonst! Schon einen an der Schüssel vor dem Mittag essen, dass ist nicht gut….
Bundaberg ist aber auch bekannt für seine wissenschaftlichen Untersuchungen mit Meeresschilkröten. Es gibt zwei Strände, an denen zwischen November und April Schildkröten ihre Eier legen. Ein paar lokale Organisationen, die mit den Rangern zusammen arbeiten, bieten geführte Touren an, um ihre Forschungsprojekte zu finanzieren. Es war wirklich ein Erlebnis dieses Spektakel mit zu erleben. Es war aber auch irgendwie komisch. Im Wasser sind diese Tiere so elegant und flink. An Land sind sie plump und träge unterwegs.
Am zweiten Tag war ich dann wieder einmal tauchen. Wie ich gehört habe, kann man nirgendwo an der Ost-Küste so günstig tauchen wie in Bandaburg. Und das stimmt: Für zwei Tauchgänge vom Strand inklusive der gesamten Ausrüstung und Transport habe ich gerade mal AUS$ 50.– bezahlt (In Carins zahlt man mindestens das Doppelte). Der pechschwarze Felsenstrand aus Lava-Gestein bot die Kulisse für zwei herrliche Taiuchgänge. Unterwasser waren die Felsen überzogen von Weich-Korallen und es hatte überraschend viele Fische. Die Sicht war leider nicht gerade berauschend. Etwa 5-6m, aber daran muss ich mich wohl gewöhnen, wenn ich weiter unten im Süden auch noch tauchen will.

Reisen mit Greyhound

Das Reisen mit den Bussen oder besser Cars von Greyhound ist sehr komfortabel. Viel besser als ich es mir vorgestellt habe. Als Alleinreisender habe ich jeweils zwei Sitze für mich.
Besonders überrascht war ich von der beinahe Schweizerischen Pünktlichkeit. Die Reise begannen meistens wie im Fahrplan vorgegeben und danach waren wir entweder Just in time oder sogar ein bisschen zu früh. Ich hoffe, es geht so weiter…
Von Mackay nach Bundaberg habe ich die Nacht im Bus verbracht. Nicht gerade komfortabel, aber man kann einiges an Zeit einsparen.

So, die ersten 1’400 km liegen hinter mir. Die Zeit rast förmlich an mir vorbei. Und schon wieder bin ich auf Achse. Es geht nach Harvey Bay, dem Ausgangspunkt zu der grössten Sand-Insel der Welt: Fraser Islannd. Mehr dazu in meinem nächsten Reisebericht…

Auf dem Weg nach Australien

Zürich – London – Hongkong, 10. – 11. September 2005

Der Flug nach London war nicht besonders spektakulär. Allerdings gab es Probleme mit der Versorgung und das Essen blieb in Zürich. Dafür bekamen alle Transfer-Passagiere einen schönen Bon, um im Flughafen Heathrow etwas zu essen. In Heathrow wollte niemand etwas von diesem Bon wissen. Der Wert war in Schweizer Franken notiert und damit konnte man wirklich wenig anfangen.
Etwas ausgehungert und insbesondere etwas ausgetrocknet ging es auf den weiten Flug, bei dem ich erst recht den Zonk gezogen hatte. Meine Fernbedienung für Fernseher, Video, Spiele, Games usw. war defekt. Was also die nächsten elf Stunden machen? Zum Glück habe ich eine sehr ausführliche Biographie von Albert Einstein ins Handgepäck gepackt. Als aber das Kabinen-Personal die Nachtruhe ausrief und das Licht ausknipste, musste ich feststellen, dass mein Leselampe auch nicht funktionierte! Zonk!!! Was also die nächsten acht Stunden machen? Ich hatte einen Sitz weit hinter dem Flügel erwischt. Nicht gerade ein ruhiges Plätzchen in einer Boeing 747. Trotzdem verbrachte ich die restliche Zeit mit Schlafen. Mehr oder weniger.
Ich war wirklich froh als der Jumbo-Jet pünktlich in Hongkong aufsetzte und ich war auch wirklich sehr dankbar, dass ich nicht gleich weitere zwölf Stunden nach Cairns weiter fliegen musste.

Hongkong, 11. – 16. September 2005

Eine wirklich verrückte aber auch sehr faszinierende Stadt. Es hat mir wirklich sehr gut gefallen, obwohl ich mit der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit etwas Mühe hatte.

Schwitzkur

Bei einer Temperatur von 35°C und einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 85% schwitzt man auch ohne etwas zu tun. Ich glaube ich habe noch nie so geschwitzt in meinem ganzen Leben wie in Hongkong (Nicht einmal in der Sauna!).
Seltsam dabei war, dass ich offenbar der einzige war, der darunter litt. Im Zentrum trägt man lange Kleidung, schwarz und nicht speziell sommerlich. In den Schaufenstern ist auch schon die Wintermode ausgestellt mit Mänteln, Kappen und Schälen! Wie in der Schweiz! Mit dem kleinen Unterschied, dass die Temperatur in Hongkong nicht unter 13°C fällt. Auch nicht im “tiefsten” Winter.
Ich habe keine Ahnung, wie die Leute das anstellen, dass sie nicht so schwitzen wie ich…

Laufsteg

Im Zentrum sind alle Gebäude mit Brücken für Fussgänger verbunden. In der Regel klimatisierte Brücken versteht sich. Die meisten Leute bewegen sich über diese “Laufstege” (Auf den Trottoirs sieht man nur Touris, die sich verlaufen haben, so wie ich… von irgendwo muss ich es ja wissen). Zwischen den Laufstegen in den Gebäuden gibt es Luxus, Luxus, Luxus. Alle teuren, westlichen Marken haben hier ihre Niederlassungen. Westlich ist sowieso voll trendy. Man findet hier fast alle Produkte, die es in der Schweiz gibt. Ich habe im Supermarkt sogar La vache qui rit-Weichkäse gefunden!
Mega out scheinen Shorts und Sandalen zu sein. Wo ich auch war, ich war mir der Blick der Einheimischen sicher. Gut, vielleicht kam es auch davon, dass ich 90% der Leute um einen ganzen Kopf überragt habe.
Apropos Klamotten, ich habe bei diesen Temperaturen auch wenig Verständnis, dass die Herren hier mit schwarzen Kleidungen und die Damen mit Strick-Söckchen herumlaufen… Ich würde sterben.

Kulinarisches

Jede Mahlzeit, ja alles, das durch den Gaumen geht ist ein kulinarisches Abenteuer.
Es begann schon im Flugzeug. In Reis-Brei, der zum Morgenessen serviert wurde, fand ich ein Viertel eines Eis (Irgendein grammatikalischer Fall von Ei!). Dieses Ei hatte Farben von gelblich über grün bis braun. Glaubt mir, es sah nicht “Zum Reinbeissen” aus. Da mein Magen zur ungewohnten Essenszeit sowieso rebellierte, habe ich es dezent beiseite geschoben. Und ich dachte, die Sache mit den hundert Jahre alten Eiern sei nur ein Witz…
Die weiteren Versuchungen der Kantonesischen Küche war meistens fremd bis sehr fremd aber durchwegs sehr positiv. Allerdings ist es nicht immer einfach etwas auf den Tisch zu bekommen, denn etwas ausserhalb des Zentrums ist alles in chinesisch angeschrieben und die englische Sprache sitzt auch nicht so gut. Man isst also nach dem Lotto-Prinzip.

Hostel

Naja, wie erwartet, ist das Hostel keine 5-Sterne-Hotel. Es liegt im 17. und obersten Stockwerk eines älteren Gebäudes im Bezirk Causeway Bay. Es ist ordentlich gepflegt und ich bekam jeden Morgen neu Bettwäsche, was bei diesen Temperaturen auch dringend nötig war.
Allerdings wurde gerade renoviert, so dass ich jeden Morgen gegen 8:00 Uhr vom romantischen Geräusch mehrerer Schlagbohrmaschienen geweckt wurde!

Nicht verpassen!

Wenn ihr einmal nach Hongkong kommt, vorzüglich im Winter, solltet ihr unbedingt folgendes machen:

  • The Peak ist der Hausberg von Hongkong. Mit einer sehr steilen Bahn kann man gemütlich hinauffahren. Von oben hat man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt und den Kanal dazwischen.
  • Die 2 dollar trams heissen so, weil die Fahrt eben 2 Dollar kostet, egal wie weit man fährt. Und man kann sehr weit fahren. Die Trams sind doppelstöckig, offen und ohne Klimatisierung. Mit dem Fahrtwind ist es aber sehr gemütlich.
  • Die Star Ferry verbindet normalerweise die beiden Stadtteile von Hongkong. Die Schiffe sind schon über 100 Jahre im Einsatz und sind symmetrisch gebaut. Das Schiff kann also in beide Richtungen fahren. Genial sind die Hafenrundfahrten mit der Star Ferry. Dabei ist besonders eine Fahrt nach 19:00 Uhr zu empfehlen. In Hongkong ist es dann nämlich dunkel und die Skyline erstrahlt in Tausenden von Lichter.
  • Der Schlüssel zu alldem heisst Octopus-Card. Diese Karte kann man mit einem bestimmten Geldbetrag aufladen und bei der Benutzung eines Verkehrsmittels wird der fällige Betrag automatisch abgerechnet. Wirklich praktisch.

Hongkong ist wirklich eine Reise wert und ich werde hoffentlich wieder einmal die Gelegenheit haben ein paar Tage dort zu verbringen. Allerdings werde ich darauf schauen, dass es im Winter oder Frühling sein wird.

Hongkong – Cairns, 16. – 17. September 2005

Der Flug von Hongkong war ziemlich anstrengen. Der Airbus A330 wurde die meiste Zeit von Turbulenten geschüttelt. Ausserdem ist dieser Flug eine “Rundreise”. Es geht von Hongkong nach Brispane dann erst nach Cairns und wieder zurück nach Hongkong. Durch diesen Umweg über Brispane, wir musste alle aussteigen, kamen etwa 3’000 km weg und 4 Stunden Reisezeit dazu.
Die Einreise nach Australien ist seltsam. Mein Visum, dass ich mit einiger Mühe beschafft habe, wollte gar niemand sehen!?! Dafür haben sie mein ganzes Gepäck zuerst geröntgt und danach noch “manuell” durchwühlt. Die Australier sind sehr darauf bedacht, dass keine ausländische Organismen eingeführt werden.
Soviel zu meiner ersten grossen Reise. Ich melde mich bald wieder. Ich wünsche Euch bis dahin eine gute Zeit und hoffe einmal etwas von Euch zu hören.